GTRV Neuwied beim traditionsreichen Heineken Roeivierkamp in Amsterdam

Am Wochenende vom 14. bis 15. März ging es für den GTRV Neuwied nach Amsterdam zum traditionsreichen Heineken Roeivierkamp. Diese Regatta zählt zu den bekanntesten und anspruchsvollsten Langstrecken-Events im europäischen Ruderkalender. Seit Jahrzehnten zieht sie internationale Spitzenmannschaften an und besticht durch ihr besonderes Format: An zwei Tagen müssen die Teams ihre Vielseitigkeit auf insgesamt vier unterschiedlichen Strecken unter Beweis stellen.

Der Wettkampfmodus verlangt den Athleten alles ab: Am Samstag werden zunächst 2,5 Kilometer absolviert, gefolgt von einem direkten 250-Meter-Sprint. Am Sonntag stehen dann die 5 Kilometer auf der Amstel sowie – nach einer längeren Pause – die abschließenden 750 Meter auf dem Programm. Die Boote sammeln auf jeder Strecke Punkte basierend auf ihren Zeiten, wobei kürzere Distanzen stärker gewichtet werden. Am Ende gewinnt das Team mit der niedrigsten Gesamtpunktzahl.

Pause

Für den GTRV Neuwied ging Gerrit Schäfer gemeinsam mit Melvin Hauschild in Renngemeinschaft mit der Heidelberger Rudergesellschaft an den Start. Komplettiert wurde der Achter durch Steuerfrau Mia Zipperle sowie Philipp Wessels, Sebastian Laurent, Dennis Großkopf, Nico Kress (Leipzig), Anton Gerner und Michael Knauber. Das Team trat in der zweiten Division der schweren Achter an – die erste Division war hochkarätig besetzt, unter anderem mit dem niederländischen Nationalteam, der Oxford University und dem Thames Rowing Club.

Der Riemen-Achter von oben

Der Samstag präsentierte sich typisch niederländisch: kalt, nass und mit langen Wartezeiten. Nach knapp zwei Stunden vor dem ersten Start erreichte der Heidelberger Achter über die 2,5 Kilometer den 23. Platz in der Division. Direkt im Anschluss folgte der 250-Meter-Sprint, bei dem die Mannschaft ihre Stärke unter Beweis stellte und sich auf Rang 12 verbessern konnte. In der Gesamtwertung aller 108 gestarteten Boote bedeutete dies Platz 25 – ein klares Signal für die Sprintqualitäten der Crew.

Neben Wind und Wetter stellte vor allem die Organisation der Startzeiten die Geduld der Sportler auf die Probe. Lange Wartezeiten zwischen Ablegen und Start führten zu einer eher unerwarteten, aber umso präsenteren Herausforderung: der Frage nach dem richtigen Timing für den letzten Toilettengang. Während an Land noch alles problemlos erschien, wurde die Situation auf dem Wasser zunehmend „spannender“. Improvisation, mentale Stärke und ein gewisser Sinn für Humor waren hier mindestens genauso gefragt wie Kraft und Technik – eine Disziplin, die zwar nicht offiziell gewertet wird, aber definitiv ihren Platz im Gesamtklassement verdient hätte.

Am Ende eines sportlichen Tages

Am Sonntag zeigte sich das Wetter deutlich freundlicher. Auf der 5-Kilometer-Strecke, die mit ihren vielen Kurven auf der Amstel hohe Anforderungen an Technik und Steuerkunst stellt, konnte das Team erneut überzeugen. Dank exzellenter Steuerleistung von Mia Zipperle erreichte der Achter den 24. Platz.

Zum Abschluss standen die 750 Meter an – eine Strecke, die auf dem Papier kurz erscheint, nach drei Rennen, langen Wartezeiten in Kälte und Regen sowie den bereits erwähnten „Nebenschauplätzen“ jedoch zur echten Herausforderung wird. Umso bemerkenswerter war die Leistung des Teams: Mit Platz 20 auf dieser Distanz sicherten sie sich am Ende Rang 19 von 31 Booten in der Gesamtwertung ihrer Division.

Besonders erfreulich: Der Achter war damit das schnellste deutsche Boot im Feld und konnte Mannschaften aus Neuss, Osnabrück, Karlsruhe, München und Berlin hinter sich lassen. Dabei ist über das Wochenende hinweg einmal mehr deutlich geworden, dass die klare Stärke der Mannschaft im Sprintbereich liegt.

Damit ging ein intensives und lehrreiches Wochenende zu Ende. Neben vielen gelungenen Momenten konnten auch wichtige Erkenntnisse für die Zukunft gesammelt werden. Über die Saison hinweg sind bereits weitere gemeinsame Rennen mit der Heidelberger Rudergesellschaft geplant.

Ein großes Dankeschön gilt der Heidelberger Rudergesellschaft für die Möglichkeit, bei diesem besonderen Event an den Start zu gehen. Ebenso bedanken wir uns bei Steuerfrau Mia Zipperle für die starke Leistung und ihre Nervenstärke sowie bei Axel Oschmann (Ludwigshafen), der das Team in den Wochen zuvor intensiv betreut und vorbereitet hat. Ohne diese Unterstützung wäre dieses Wochenende nicht möglich gewesen.

 

Gerrit Schäfer