– mit der Fragestellung „Ob“ oder „Ob nicht“? –
Die seit Jahrzehnten jährlich stattfindende „Leverkusentour“, eine Tagestour mit der beachtlichen Strecke von 87 Stromkilometern, erfuhr in diesem Jahr Zuspruch bei der jüngeren Generation. Neben sieben „üblichen Verdächtigen“ mittleren Alters, die häufiger auf Wanderfahrten und Tagestouren anzutreffen sind, hatten sich drei junge Erwachsene auf die Teilnehmerliste gesetzt. Ob dies die richtige Entscheidung war oder ob nicht, sollte sich im Laufe des Tages herausstellen.
Am 30.05.2026 um 8 Uhr setzten sich die Boote „Corona“ und „Hameln“, beide als Vierer mit Steuermann/frau, rheinabwärts in Bewegung. Der für 10 Uhr angekündigte Regen hatte es sich anders überlegt und setzte unmittelbar nach dem Ablegen ein. In Anbetracht der sommerlichen Hitze der vorangegangenen Tage, wirkte der leichte Nieselregen eher wie eine Wohltat und niemand beschwerte sich über das Wetter. Eine erste Pause wurde in Bad Honnef eingelegt. Danach ging es erneut mit etwas Niederschlag weiter an Bonn vorbei bis nach Mondorf. Vor geraumer Zeit hatten wir hier den idealen Ort für die Mittagspause entdeckt. Anlegen konnten wir an einem der schwimmenden Bootshäuser im Mondorfer Hafen. Von dort waren es nur wenige Meter zum Café Hafenschlösschen, dessen Betreiberin uns schon wohlwollend erwartete. Dieses Jahr hatte man extra den Ölteppich für uns ausgerollt. Die vom dortigen Ruderverein zu Rate gezogene Feuerwehr konnte keine schnelle Abhilfe schaffen und wir wussten ja, dass wir den öligen Ort bald wieder verlassen würden.
Am frühen Nachmittag legten wir wieder ab, um das letzte Teilstück, das größtenteils aus Vororten und der Innenstadt von Köln besteht, rudernd und steuernd zu bewältigen. Auch wenn man es schon viele Male erlebt hat, ist es immer wieder ein erhabenes Gefühl, am Kölner Dom und den sonstigen allseits bekannten Bauwerken der Kölner Innenstadt vorbeizurudern. Wie üblich, war es dort extrem wellig und die Steuerleute mussten gute Arbeit leisten.
Die letzten Kilometer vom Kölner Dom bis zum Steg des RTHC Bayer-Leverkusen gestalteten sich auch 2026 wieder zäh, aber das Ziel vor Augen, bzw. im Rücken, hielten wir wacker durch. Luka und Constanze hatten den Vereinsbus einschließlich Anhänger schon am Vortag am Zielort abgestellt, so dass wir zügig verladen konnten. Zum krönenden Abschluss gab es noch gekühlte Getränke und Eis in der Bootshausgastronomie.
Luka und Maja Hein standen an diesem Tag unter besonderer Beobachtung der Ruderleitung. Der 2.Ruderwart Uli Groß übertrug den beiden die Verantwortung für die „Hameln“ und überzeugte sich einen Tag lang auf der anspruchsvollen Rheinstrecke von Neuwied nach Köln-Stammheim von ihrem Können als verantwortliche Bootsführer. Die beiden machten ihre Arbeit gut und bekamen am Ende des Tages das Obmannspatent verliehen. Die zu Beginn des Tages noch im Raum stehende Frage „Ob“ oder „Ob nicht“ war nun entschieden. Die Teilnahme hatte sich also für alle gelohnt. Herzlichen Glückwunsch an die neuen Obleute!
Bettina Grzembke