Eurega 2026 — Zwei GTRVN-Boote und ein Buhnenbrecher

Bei Sonnenschein und  Schiebewind sind am 02. Mai 2026 zwei GTRVN-Boote mit Startnummern 49 und 78 in die Eurega gestartet. Das Material stimmte, das Training saß und die Mannschaften brachten ein nicht zu überbietendes Maß an Motivation mit — beste Voraussetzungen für ein Rennen, das mehr als nur 45 Rheinkilometer bereithielt.

Der Wetterbericht versprach einen freundlichen Wettkampftag: viel Sonne, Tagestemperaturen um 22–24 °C, schwacher, in Böen auffrischender Südostwind — kurz: kein gefürchteter Gegenwind, sondern Schiebewind. Gewittrige Schauer lagen als unheilvolle Ankündigung für den Zieleinlauf in der Luft. Sie blieben glücklicherweise aus. So machten sich zwei GTRVN-Teams mit Zuversicht auf den Weg: unsere „Patchwork-Familie“ (Irmi, Nico, Tobias, Michael, Niklas) und die „GTRVN-Masters“ (Andrea, Hans-Peter, Uli, Thomas, Ralf).

Der Rennbericht aus dem Mastersboot zeugt vom Ritt auf und dem Kampf mit den Wellen. Ein sauberer Start, ein Boot, das lief — und Andrea am Steuer, die mit ruhiger Hand und Ideallinie dafür sorgte, dass das Boot regelkonform und effizient durch die Wellen pflügte. Anfangs war Taktik gefragt: hohe Wellen wurden spitz genommen, um gezielt in das Kielwasser der großen Rheinfrachter zu kommen. Viele andere Boote verloren hier wertvolle Sekunden — doch unsere Masters konnten mit ihrer Rhein-Erfahrung Sekunden gutmachen.

Dann aber die Überraschung: aus Richtung Koblenz rasten plötzlich die „Kowelenzer Buhnenbrecher“ heran — Startnummer 81.

„Buhnen“ sind wasserbauliche, quer oder schräg in ein Fließgewässer ragende Dämme aus Stein oder Beton, die Ufer schützen und die Strömung lenken. „Brecher“ bezeichnet große, brechende Wellen. „Buhnenbrecher“ ließe sich dann wörtlich als „Wellen, die an/über Buhnen brechen“ oder „Wellenbrecher in Form von Buhnen“ verstehen. Anwendung findet der Begriff z.B. in Sätzen wie „Heute haben wir ordentliche Buhnenbrecher – die Wellen schlagen über die Buhnenkronen.“ Aber wer oder was sind die „Kowelenzer Buhnenbrecher“? Mit einer Schlagzahl von mindestens 25 und einem Durchschnittsalter höher als das unseres Masterbootes zog die 81 an der 78 vorbei. Die Buhnenbrecher-Wellen schienen für einen Moment zu demoralisieren. Trotzdem: das Mastersboot blieb schnell, hielt seine hohe Schlagzahl, wurde nicht überholt und nutzte geschickt das Kielwasser anderer Teams, um im richtigen Moment an diesen vorbeizuziehen.

Bei Rolandseck zeigte sich, wie sehr Ruderer und Publikum zusammengehören: Ralfs Schlachtenbummlertruppe hatte sich positioniert und feuerte im entscheidenden Moment mit begeisterten Rufen an. Bald war das Ziel erreicht: euphorisch, erschöpft, glücklich? Ruderkamerad Ralf fragt Uli: „Nächstes Jahr sind wir wieder am Start?“ Darauf Uli „Weiß noch nicht!“ — die berühmte Mischung aus Stolz, Erschöpfung und dem leichten Trauma, das ein Buhnenbrecher hinterlassen kann. Das Masters-Boot kam mit respektablen 02:35:36 in der Gesamtwertung auf Platz 15 und in der Klassenwertung 4x+ Männer Masters E auf den 5. Platz.

Das Patchwork-Boot nutzte Teamspirit und erzielte ein tolles Ergebnis. Michael war der Motor des Bootes, zog gleichmäßig und kraftvoll durch; Nico übernahm am Ende das Steuer und brachte das Boot mit kluger Linienwahl über die Ziellinie. Zusammenspiel, Überblick und der Wille, am Ende alles herauszuholen führten zu einer respektablen Zeit von 02:33:47 (Platz 10 der Gesamtwertung und dem 3. Platz in der Kategorie „4x+ Männer“. Gratulation!

Danke an alle, die unterstützt, angefeuert und mitgefiebert haben.

Ralf Schulte-Melchior